Reiseschnippsel

  • Mir war noch nie so unglaublich schlecht auf einem Flug, dass ich beim Aussteigen leichter als beim Einsteigen war…
  • Allerdings ist dies – wenn auch unangenehm – ein scheinbar sehr hilfreiches Mittel gegen Jetlag. Nach Ankunft einfach 14 Stunden durchschlafen und morgens ganz gewohnt aufwachen.
  • Die Häuser hier sind wirklich so hoch – aber man gewöhnt sich erstaunlich schnell dran.
  • Es gibt hier viele – sehr viele – Menschen. Aber im Gegensatz zu vielen deutschen Grossstaedten sind die unheimlich entspannt, freundlich und tolerant. Am auffallendsten ist das in der Metro. Man wird in Ruhe gelassen – es sei denn, man braucht Hilfe. Sofort eilen mindestens 2 Leute herbei, helfen beim Einsteigen, bieten Alten, Schwangeren, Muttern ihren Sitzplatz an, bespassen das quengelnde Kind (in Deutschland wuerde man meist nur strafend angesehen…), jeder achtet darauf, dem anderen nicht auf die Fuesse zu treten oder den Rucksack ins Gesicht zu haengen. Und wenn man einen anderen trotzdem aus Versehen mal anrempelt – dann wird sich entschuldigt, gelacht und damit ist es gut.
  • Wenn es irgendwo eine Schlange gibt, stellen die Leute sich einfach an. Es wird nicht geschubst und gedraengelt, es wird nicht versucht, sich im letzten Moment noch vor einen anderen zu schieben, es wird nicht gestoehnt, wenn der Mensch vor einem ein bisschen laenger braucht. Sehr entspannend.
  • Man wird auch nicht boese angeguckt, wenn man mitten auf dem Weg stehenbleibt, um ein Foto zu machen. Nein, die Menschen machen tatsaechlich einen Bogen, um nichtdurchs Bild zu laufen!
  • Weiterhin ist Reisen in der Ursprungsfamilie manchmal eine ganz schoene Herausforderung – aber auch irgendwie ganz lustig. Ich weiss nicht, wann ich das letzte Mal soviel Zeit mit meinem Bruder verbracht habe.
  • Irgendwie scheint die DDR Vergangenheit mit ihrer Mangelwirtschaft sehr tiefgreifende Spuren hinterlassen zu haben… zwar konnte ich meinen Vater noch davon abhalten, die schoenen stabilen Plastikgefaesse (“mit Deckel!”) vom Flugzeugessen einzupacken (“die kann man wunderbar verwenden, um kleine Portionen einzufrieren!”), allerdings sind wir jetzt alle mit einem formschoenen und stabilen Plastikloeffel aus Deli versorgt.
  • Das Essen ist sehr, sehr lecker… gut, dass wir den ganzen Tag rumlaufen ;-)!
  • Mittlerweile ist es ok, so weit weg zu sein. Die Kinder sind in guten Haenden und ich weiss dank W*hatsapp sofort Bescheid, wenn das grosse Kind statt des Fussballs das kleine Kind getroffen hat… sowieso scheint die Zeit sehr schnell zu vergehen, vor allem angesichts der Tatsache, was wir alles noch angucken wollen.

 

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Big Apple

Morgen fliegt Frau Lotterleben mit Mama und Papa über den grossen Teich in das gelobte Land, in dem einem zur Einreise so freundliche Fragen gestellt werden. Weil ihr Bruderherz da jetzt schon seit mehr als 2 Jahren wohnt und weil er so selten hier ist und weil Mama und Papa Lotterleben diese Reise nie und nimmer alleine unternommen hätten. So dachten also Frau Lotterleben und ihr kleiner Bruder dass es doch eine tolle Idee wäre, den Eltern eine begleitete Reise zu schenken und sie sozusagen zu ihrem Glück zu zwingen. Also ursprünglich sollte die Reise nur für Mama Lotterleben sein, da Papa Lotterleben sich rigoros weigerte auch nur darüber nachzudenken, den Sohn zu besuchen. “Ich will da nicht hin” (wobei “da” sich auf das Reiseziel, nicht den Sohn bezog…). Doch  – den Papa einfach zu Hause lassen? Auch irgendwie doof. Also schlichtweg überrumpelt, nachdem man ihn schon in die Überraschung für die Mama eingeweiht hatte  und er sich um die “hat sie dann auch Urlaub?”-Logistik gekümmert hatte…

Nun liegt also eine Woche quasi “Ursprungsfamilienurlaub” vor uns. Angesichts der Tatsache, daß der letzte dieser Art bestimmt schon 15 Jahre her ist und an die Ostsee führte, steht uns also eine interessante Zeit bevor.

Bis jetzt war das Ganze noch irgendwie surreal und nicht wirklich ernst, zuviel im Hier und Jetzt zu tun, als daß ich Gelegenheit gehabt hätte, mir groß Gedanken zu machen. Einen besonderen Beitrag zur “ich hab keine Zeit darüber nachzudenken”-Kategorie hat der gestrige Tag geleistet: Sowohl “Auto nicht um 12 sondern erst um 5 beim TÜV” fertig und “mit kleinem Kind abends halb 9 in die Krankenhausambulanz fahren” können einem nämlich die penibel geplante Nachmittagslogistik, in der so schön “Haus putzen weil Eltern kommen” und “Endlich Tasche packen” eingebaut waren, komplett über den Haufen werfen. (Ja, das Auto hat diesmal TÜV bekommen und Nein, es ist doch nichts schlimmes, der kleine Finger ist nicht gebrochen, sondern nur ziemlich gestaucht. Was angesichts eines vor Schmerz schreiend aufwachenden Mupfels und einem dick geschwollenen und roten Finger schon erstaunlich ist. Zwar werden wir wohl nie erfahren, ob die Stauchung vom Sturz beim Spaziergang herrührt, oder ob die Kröte nicht doch aus Versehen (zusätzlich) nochmal draufgetreten ist beim Seilspringen (ein “Oh tut mir leid, das wollte ich nicht” das ihr in letzter Zeit schon ein paar Mal passiert ist…) werden wir wohl nie erfahren. Ich bin auf jeden Fall um die Erfahrung reicher, mittlerweile mit beiden Kindern stundenlang auf ein Röntgenbild wegen des Verdachts auf Fingerbruch gewartet zu haben und mit einer Entwarnung und einem dicken Verband nach Hause zu gehen. Glauben Sie mir, man kommt sich ziemlich blöd vor, wenn man Montagabend halb 11 einem Arzt gegenübersitzt und den völlig unversehrten Knochen auf dem Röntgenbild sieht (“hysterische Mutter, warum geht sie nicht tagsüber zum normalen Arzt?!?”). Aber Sie hätten das Mupfel schreien hören müssen…

Gepackt war demzufolge heute noch nix, geputzt sowieso nicht, und eingekauft auch nicht. Dafür hatte Herr Lotterleben aber seinen unverhofft freien Abend genutzt, um schon mal die Gästebetten zu beziehen, Brote zu schmieren und die im Flur herumstehenden geliehenen Umzugskartons wegzuräumen. Für den Rest blieben heute genau anderthalb Stunden zwischen Arbeit und Kinderabholen im Mütter-Mehrkampf unter anderem mit den Disziplinen “Supermarkt-Sprint”, “Eil-Einkäufe-Einräumen”, “Turbo-Staubsaugen” und “10-Minuten-Badputzen”.

Wir waren sage und schreibe 5 Minuten vor meinen Eltern zu Hause. Das Mupfel war nach einem wahnsinnigen Wutanfall im Kindergarten im Auto eingeschlafen und erst nach fast zwei Stunden wieder ansprechbar. Das Mupfel ist gerade -  nunja, wie soll ich sagen, “fordernd” wäre eine Euphemismus… Zu meiner Beruhigung vertraue ich im Moment noch auf “Phase” und “größere Umbauarbeiten” und “das gibt sich bald wieder”, denn wild tobende Wutschreie und kindliche Allmachtsphantasien (“Du sollst nicht reden!!!”) als Reaktion auf ein “Hallo” lassen sich auch als Mutter nur mit dieser Spontanmeditation ertragen. Jedenfalls ist das Mupfel meistens unausstehlich und braucht extrem viel Schlaf. Aber ich schweife ab, wir waren ja beim Taschepacken…

Die war dann tatsächlich schon um 22:00 fertig gepackt (so spät und unorganisiert hab ich noch nie einen Rucksack bestückt… immer im Hinterkopf zur Beruhigung “diesmal geht die Reise in die Zivilisation und nicht an den A… der Welt”), die Eltern sind aufgeregt und Frau Lotterleben mußte zwischendurch ab und zu feste die Zähne zusammenbeißen (oder wie würden Sie reagieren auf väterliche Aussagen wie “das Ladegerät für die Kamera hab ich nicht mitgenommen, der Akku reicht doch sonst immer so lange, das brauch ich nicht!”?).

Jetzt kann Frau Lotterleben jedenfalls nicht schlafen. Denn – eigentlich will sie gar nicht weg. Von allen Seiten hört sie “Oh wie toll, Du hast es gut” und “Ich würde auch gern mal rauskommen, so ohne Mann und Kinder”. Da kann man ja nicht drauf antworten “Hm, eigentlich mag ich gar nicht weg”, oder? Und das, wo Frau Lotterleben doch früher mit leichtem Herzen durch die Welt gebummelt ist, voll Aufregung und Neugier den Rucksack aufgesetzt hat und drauflos gefahren ist. Am Anfang allein, dann mit Herrn Lotterleben und der Kröte im Gepäck. Da war das Wegfahren aufregend und ein großes gemeinsames Abenteuer. Aber jetzt bleiben die hier und mein Herz hängt und will nicht weg; muß ich die kleinen Kinder knutschen und drücken und ihnen sagen, daß ich sie lieb hat und daß sie gut auf sich aufpassen sollen. Tücken des Mutterlebens vor denen einen keiner warnt ;-)…

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Ja, wo laufen sie denn?

Ein etwas verkorkster Morgen, dünnhäutig und mit Nachwehen der  Freitagnachmittagsstimmung.

Gebacken. Gedanken sortiert.

Rucksäcke gefüllt mit Hefezopf, Wasser und Thermoskanne. Wanderschuhe vom Speicher geholt, Taschenmesser und Kamera eingepackt.

Im Kopf nur ein grober Plan, wohin es denn gehen soll.

Einfach losgefahren und losgelaufen.

Eingetaucht in Grün und Waldluft. Klein gefühlt unter hohen Mauern.IMG_6356

Gewandert, geredet, geschwiegen. Stöcke gesucht, Fragen beantwortet. Nein, leider meist keine waldbiologisch forschenden, sondern eher existentieller Natur…

“Wie weit ist es noch?” – “Wann machen wir endlich Picknick?” – “Wo ist denn jetzt die Staumauer?”

Hinter jeder Wegbiegung erstaunt festgestellt, daß da doch noch nicht die Staumauer ist. Weitergelaufen, mal beschwingt, mal das Mupfel an der Hand mehr hinterherziehend als begleitend.

Zur Belohnung die perfekte Picknickstelle gefunden. Nur nach 2 Stunden Wandern schmeckt eine Tasse frisch aufgegossener Instant-Espresso so gut… (richtiger Kaffee war leider aus, da wir das aber erst kurz vorm Aufbruch festgestellt hatten, war das eine wunderbare Gelegenheit uns endlich mal an die Bekämpfung des vor einigen Jahren für ein Plätzchenrezept besorgen Esspressos in diesen elendigen Portionstütchen zu machen ;-)).

Hefezopf wirkt übrigens Wunder gegen müde Füße und schlechte Wanderstimmung.

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Naja, kurzzeitig zumindest, zum Glück wußten zu diesem Zeitpunkt nur wir Eltern, daß die Wanderung wohl doch etwas länger werden würde als gedacht, die Staumauer nach ungefähr der Hälfte der Strecke, war nämlich noch lange nicht erreicht…

Doch während das müde Mupfel doch einen Großteil des weiteren Weges mal mehr, mal weniger laut wehklagend bestritt, lief die Kröte ganz zufrieden vor sich hin. Ja, die Füße taten ein bißchen weh, die Beine wurden müde, und ja, das mußte sie auch ab und zu loswerden, aber doch ist es mittlerweile ein anderes Wandern mit ihr. Selbstverständlicher, irgendwie.

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Und das, obwohl wir so lange nicht mehr wandern waren. Was ich bis heute nicht mal als großen Mangel empfunden hatte, wir waren ja schließlich immer mal wieder spazieren gewesen. Doch dann einmal draußen heute, mit einem Weg vor sich, dessen Ende noch nicht abzusehen war, einem kleinen Picknick im Rucksack, habe ich gemerkt, wie sehr mir das gefehlt hat. Einfach laufen, bergauf bergab, über Bäche hüpfen, die Aussicht genießen. Umgestürzte Bäume erkunden, Ameisenstraßen verfolgen.

Freier Kopf und müde Beine.

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Ja, die Beine wurden müd, endlich an der Staumauer und dann nur noch auf der anderen Seite zurück. Die Kröte stapfte wild entschlossen den Berg wieder hoch, das Mupfel verließen die Kräfte. Das trottelte als kleiner jammernder Wuselkopf mal an Mamas Hand, mal an Papas Hand. Ab und zu auch auf Papas Schultern und manchmal als ein Kartoffelsack.

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Die Kröte spielte unterdessen die Lokomotive und zog ihre (mittlerweile auch ganz schön müde Mutter) kichernd den Weg entlang oder trieb sie mit “Ein Hut-ein Stock-ein Regenschirm” voran.

Und immer noch eine Biegung und noch ein Berg hoch und dann wieder runter und noch eine Kurve.

Doch irgendwann dann wieder der vertraute Anfangsweg. Die hohen Mauern, die Holzstapel. Das Mupfel ist am Ende (auch wenn das hier nicht so aussieht ;-)).

IMG_6381Viereinhalb Stunden und ein langer Weg. Wie lang, haben wir zum Glück erst zu Hause beim Blick auf die Karte festgestellt. 11 Km. Elf Kilometer, die die Kröte ganz und das Mupfel bestimmt zu drei Vierteln gelaufen sind. Hätten wir das vorher gewußt, hätten wir es ihnen nicht zugemutet, nicht zugetraut.

Wie gut also, wenn man manchmal einfach losgeht, sich keine Gedanken über Strecke und Entfernung macht. Einfach mit einem groben Plan und ein bißchen Hefezopf im Gepäck.

Und vielleicht ist es gut, immer wieder daran zu denken, daß das nicht nur für Wanderungen gilt.

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Erste Hilfe

Wenn am Freitag nachmittag plötzlich (oder auch nicht so plötzlich) die Batterien und der Kopf leer sind, die Gedanken kreisen, die Welt grau und die Stimmung am Boden ist…

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…ist da ein kleines Mädchen, für das der rosa Schnee auf dem Fußweg ein kleines Wunder ist, das angefaßt, bestaunt und wie ein Schatz gesammelt werden muß.

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Die Hände öffen um all die Schätze tragen zu können.

Loslassen. Durchatmen. Zurückkehren aus den Gedankenkreisen ganz ins Hier und Jetzt.

Pusteblumen pusten. Dem Wasser zuschauen.

Da-Sein und Genießen.

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3 Generationen

oder: Fundstücke beim Rechneraufräumen

Oma Lotterleben

1

Frau Lotterleben

2

Dat Mupfel

3

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Sonntagmorgenidylle

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Kassette und Bügelperlen (Kinder).

Bettdecke und Kopfkissen (Eltern).

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Mehr als zwanzig Jahre…

Kennegelernt haben wir uns in der 6. Klasse. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange es gedauert hat, bis wir beste Freundinnen waren, aber eben so schnell und klar, unvoreingenommen und total, wie es nur mit 12 passiert.
Es war egal, daß wir uns fast nur in der Schule gesehen haben, für tägliche Nachmittagsbesuche war ihr Dorf einfach zu weit weg. Nein, es war nur nicht  egal, sondern uns nicht mal wirklich als Problem bewußt. Es war halt einfach so, wir haben das hingenommen, auch das ganz unbefangen und ohne Bedenken, wie man das nur in diesem Alter kann.
Wir saßen nebeneinander an einem Tisch und haben trotzdem Zettel geschrieben. Nicht so kleine mini-Zettel, nein ganze Romane auf A4-Seiten, jeder in einer anderen Patronenfarbe. Unsere-kleine-Welt bewegende Themen ausführlich erörtert, geschwärmt, gelästert, gejammert, philosophiert. Später haben wir sogar angefangen, uns richtige Briefe zu schreiben, nach gemeinsamen Ausflügen, oder auch einfach so. Irgendwo zu Hause in meinem alten Kinderzimmer muß noch der kleine türkise A5-Ordner stehen.
Wir haben zusammen den ersten Liebeskummer durchlitten, mitgefiebert, mitgefreut. Waren zusammen im ersten Urlaub ohne Eltern (mit 14 (!) ins Ferienlager in der Slowakei zum Surfkurs – wenn ich mir das heute aus Muttersicht auch nur vorstelle…).
In der Oberstufe dann verkracht (warum genau, weiß ich heute gar nicht mehr so genau…das Kurssystem hatte uns auseinandergerissen – hier Natur- dort Sprachwissenschaften; dazu ungleich verteiltes Liebesglück…). Fast zwei Jahre hat es gehakt und geholpert, wir haben gelitten weil dann doch die andere Hälfte fehlte.
Versöhnt kurz vorm Abi, nur um gleich darauf das Nest zu verlassen und sich in die Welt und ins Leben zu werfen.
Den Kontakt nie verloren, die Freundschaft immer im Hintergrund, aber das bunte neue eigene Leben tobte um einen herum. Trotzdem immer voneinander gewußt. Ähnliche Wege beschritten, studiert, früh geheiratet, Kinder bekommen. (Erst jetzt, wenn ich Kollegen und Bekannte ohne Kinder und Familie sehe, die mit 30 sagen “dafür ist es mir noch zu früh”, wird mir bewußt wie jung wir eigentlich waren.)
Mittlerweile wird ihre älteste Tochter 12, die anderen beiden so alt wie die Kröte und das Mupfel. Und irgendwie sind wir beide angekommen, in einer Art geregeltem Leben.
Wir waren noch nie gut im Telefonieren, nein wenn wir reden müssen wir das richtig tun (oder Briefe schreiben ;-) – allein, dafür fehlt im Moment bei uns beiden die Zeit), alles andere hört sich holprig und künstlich an. Wir sehen uns, wenn es klappt, ein- oder zweimal im Jahr, meist sogar spontan als Zwischenstopp auf dem Rückweg von meinen Eltern. Aber diese wenigen Male sind gut so, reichen aus für ein kurzes update über das Leben der anderen; dann sind wir wirklich da, ist eine Stunde Gespräch beim Spazierengehen etwas ganz anderes als eine Stunde am Telefon.
Letzte Woche hat sie angerufen, sie hätte einen beruflichen Termin hier in der Gegend, ob sie danach vorbeikommen und übernachten könne und erst am nächsten Tag zurückfahren..
Ja, ja, ja :-)!
Gestern also einen wunderbaren update-Tag. Nachmittags ein bißchen Familienalltag, abends auf dem Sofa sitzen, Tee trinken, quatschen bis viel zu spät. Kinder und Arbeit, Gott und die Welt. “Weißt Du noch?” und “Was macht eigentlich…?” In einer Mischung aus Lachen und Fremdschämen einen unserer ellenlangen Zettel gelesen, den sie in einer Kiste gefunden hatte. Ins Bett und ganz unvernünftig immer noch weiterquatschen (der Herr Lotterleben ist grad auf Dienstreise, perfekte Voraussetzungen also für nächtliches Tuscheln…). All die kleinen und großen Gedanken, die gerade wirr in meinem Kopf kreisen noch einmal in einem ganz anderen Licht gesehen und geordnet. Viel klarer geworden.
Ein bißchen arg wenig geschlafen…
Noch vor Schule und Kindergarten zum Bahnhof gebracht.
Mit einem breiten Grinsen durch den Tag geschwebt. Neu geerdet irgendwie und wieder bei mir zu Hause.

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